Selbstvertretung
Ein Mensch spricht für sich selbst.
Nicht:
• jemand anderes erklärt ihn,
• jemand anderes entscheidet für ihn,
• jemand anderes weiß angeblich besser, was gut für ihn ist.
• eine Leitlinie
Sondern:
Ich sage selbst, wie es mir geht, was ich brauche und was mir schadet. Ich bin der Kompass
Warum braucht es Selbstvertretung?
Viele Menschen, besonders Menschen mit psychischen oder seelischen Belastungen, werden oft beschrieben, bewertet oder versorgt, aber selten wirklich gehört.
Andere sprechen über sie:
• Fachleute
• Einrichtungen
• Systeme
• Konzepte
Selbstvertretung sagt:
Ich bin kein Fall.
Ich bin ein Mensch.
Und ich spreche selbst.
Meine Wahrnehmung ist richtig
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Selbstvertretung ist nicht:
• Therapie
• Beratung
• Betreuung
• Hilfeleistung
• Stellvertretung für andere
• laut sein müssen
• alles durchsetzen wollen
• Recht haben müssen
Selbstvertretung ist:
• ehrlich sagen dürfen, wie etwas wirkt
• benennen dürfen, wenn etwas verletzt
• sagen dürfen: So hilft mir das nicht
• sagen dürfen: Das brauche ich anders
• sichtbar machen, was sonst untergeht
Selbstvertretung ist kein Angriff.
Sie ist eine Rückmeldung aus dem Leben.
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Ein einfaches Beispiel
Ein System sagt:
„Dieses Angebot ist gut für dich.“
Selbstvertretung sagt:
„Für manche vielleicht. Für mich nicht. Und ich erkläre möglichst auch warum.“
Das ist kein Widerstand.
Das ist Verantwortung für sich selbst.
Warum Selbstvertretung manchmal unbequem ist
Weil sie:
• nicht angepasst spricht
• nicht beschönigt
• nicht beruhigt
• nicht so tut, als wäre alles gut
Selbstvertretung stört nicht.
Sie zeigt, wo etwas nicht passt.
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Warum Selbstvertretung wichtig ist – für alle
Eine Gesellschaft wird besser, wenn Menschen:
• ihre Bedürfnisse ausdrücken können
• Grenzen benennen dürfen
• sagen dürfen, was ihnen guttut und was nicht
Dann braucht es:
• weniger Missverständnisse
• weniger Gewalt
• weniger Anpassung auf Kosten der Menschen
Selbstvertretung ist kein Sonderrecht.
Sie ist eine menschliche Fähigkeit.
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Warum es Menschen braucht, die Selbstvertretung „halten“
Nicht alle können ihre Stimme (sofort) finden.
Manche sind zu verletzt, zu müde oder zu abhängig.
Dann braucht es Menschen, die sagen:
„So wirkt das auf uns.
So fühlt sich das an.
So geht es vielen – auch wenn sie es selbst noch nicht sagen können.“
Das ist strukturelle Selbstvertretung.
Sie ist:
• oft einsam
• oft unbequem
• oft unverstanden
Aber notwendig!
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Selbstvertretung heißt:
Nichts über uns – ohne uns.
Und: Wir sprechen selbst.
ICH bleibe dran, VERSPROCHEN! - Silvia
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